zur Erinnerung an Peter Battisti 5 Jahre nach seinem Tod wird das elektroakustische Gesamtwerk gespielt. Freitag, 4. April 2008, 19:00 Uhr Ausstellungsraum Gerhard Scholz Gumpendorfer Straße 23 1060 Wien |
![]() 1986 "Be-Hertz und das Muster" (Ausschnitt) |
über das musikalische Werk von Peter Battisti Das Sammeln von Dingen, die man einmal brauchen könnte, ist die Eigenheit des Bastlers. Er verwendet, was er gerade zur Hand hat. Der Ingenieur zeichnet einen Plan, bevor er ans Werk geht. Battisti ist ein Bastler. Battistis Stücke wirken vertraut, ohne dass man sie jemals gehört hat. Es sind assoziative Zusammenstellungen von Befindlichkeiten und Gefühlsstrukturen. Seine Samples arrangieren sich wie Gedankenfetzen in Fieberträumen. Grundmotive geben den Ton an, klingen anfangs klar und plausibel. Sie verändern durch die stetige Wiederholung langsam ihre Struktur, werden durchbrochen von Einwänden und Alternativvorschlägen. Diese, oft genug eingeworfen, Wie ein aus einem Albtraum Aufgeschreckter beim erneuten Einschlafen an den Traum davor anknüpfende oder völlig neue Träume denkt, können Musikstücke ebenso ein Sammelsurium an kurzen in sich abgeschlossen Einzelstücken sein, die miteinander nur die Dauer des Schlafes bzw. der Kassettenseite gemeinsam haben. (z.B. „Milchstrassen sind an der Innenseite rot gefärbt“, 1987, Dauer: 47 min., oder „Camapu oder die 13 Bilder des Sumatra Kokos“, 1984, Dauer: 68 min.) Battisti ist aber auch Ingenieur, wenn man seine Materialkassetten genauer unter die Lupe nimmt. Sammelt er Samples scheinbar nach dem Zufallsprinzip aus Filmen, oder Quellen, die mangels Beschriftung nicht nachvollziehbar sind, so plant er selbstentwickeltes Material auf Synthesizern (wie dem Korg MS-20 oder Jupiter 5) akribisch und spielt diese Ideen in verschiedensten Varianten ein. Oft unterscheiden sie sich nur durch dezentes Ändern von Tonhöhe, Taktung oder Klangfarbe. Erst bei genauem Hinhören fällt auf, dass sich auf einer Kassette mit 45 Minuten Spieldauer nicht eine Anneinander?reihung ein und desselben Elements findet, sondern dass es sich um Variationen handelt.Wie der Prozess des Zusammenfügens der einzelnen Elemente aussieht, ist nicht immer nachvollziehbar. So wurde zur Entstehungszeit der ersten Stücke ab 1983 kein Computer eingesetzt, sondern analog von Band auf Band Die kompilierten Stücke des „elektroakustischen Gesamtwerks“ sind dennoch unvollständig. Battisti hat kein Werkverzeichnis angelegt. Es ist nicht möglich, aus seinen Kassetten, Tonbändern und DAT-Kassetten nachzuvollziehen, ob es sich um ein Stück handelt, um einen Versuch oder eine Variante. Im Speziellen können oft keine gesicherten Angaben über den Entstehungszeitraum gemacht werden. „geräusche“, „filmmusik2, „rem“, „variante“, „probe“, „1. variation“, „camapu“, „muster“ sind die Titel der Kassetten. Vielleicht werfen sie etwas Licht auf zwei Zitate Battistis aus einem Interview im ORF Kunstradio: Peter Battisti Peter Battisti Wolfgang Oblasser |